Seit 1905 werden Hydrauliköle als Kraftübertragungsmedien eingesetzt. Mit etwa 86 % beherrschen mineralölbasische Hydraulikflüssigkeiten klar den Markt. Die restlichen Anteile verteilen sich mit je 7 % auf die synthetischen und schwer entflammbaren Medien. Seit 1990 steigt die Nachfrage nach biologisch abbaubaren Ölen (“Bioöle“) stetig an. Hierzu entstand die technische Richtlinie der VDMA 24568/ISO 15380, nach welcher biologisch abbaubare Hydraulikmedien in die Kategorien HEES, HEPR, HEPG und HETG eingeteilt wurden. Diese technische Mindestanforderung für Bioöle hat bis heute Bestand. Bei der Auswahl der Bioöle, muss sich der Anwender die Produkteigenschaften des Mediums bezüglich Hydrolyse-/Oxidationsstabilität, Tieftemperatur- und Elastomerverhalten, sowie den empfohlenen Einsatztemperaturbereichen vor Augen führen. Weiterhin sollte eine ganzheitliche Betrachtung unter der Prämisse von zu erwartenden Wechselwirkungen erfolgen, so dass in einer Life – Cycle – Bilanz ein positiver Wert zu erwarten ist. Grundsätzlich gilt, dass Ökolabels keiner technischen Norm zu Grunde liegen müssen und keinesfalls eine Differenzierung zwischen “Bio“ und “Nichtbio“ darstellen. Schnelle biologische Abbaubarkeit bedeutet nicht zwingend Umweltschonung, denn bei zu schneller biologischen Abbaubarkeit kann der resultierende massive Sauerstoffentzug weitreichende Konsequenzen für Pflanzen, Kleinlebewesen und Mikroorganismen im kontaminiertem Bereich bedeuten. Medien, bei denen die Abbaurate variabel definiert werden kann, sind mittel- und langfristig auf dem Vormarsch. Entstandene Umweltschäden können generell niemals ohne dauerhafte Folgeschäden reguliert werden, ob es sich dabei um Mineraöl oder Bioöl handelt ist unrelevant. Der Grundsatz sollte also lauten Leckagen und Havarien sind möglichst zu vermeiden. Kommt es zur Leckage, sind sofortige Maßnahmen gemäß der jeweiligen Landesverordnung zu treffen. Um Havarien in Gewässern eindämmen und beheben zu können, empfiehlt es sich Druckflüssigkeiten einzusetzen, die die Möglichkeit zur Lokalisierung bieten. Wasserlösliche Produkte können nicht mehr lokalisiert werden. Die Anforderungen an Komponentenhersteller steigen stetig, so dass eine Transparenz der Schnittstellen und Analyse möglicher Wechselwirkungen immer mehr in den Focus rückt. Durch Kooperationen und Zusammenwirken aller Systembeteiligten kann deutlicher Mehrwert für Maschine, Anwender und nicht zuletzt dem Hersteller geschaffen werden. Leistungsperformance, Prozesssicherheit und hohe Maschinenverfügbarkeit sind eindeutige Faktoren. Als Schmierstoffhersteller hat die Hermann Bantleon GmbH im Zusammenspiel namhafter Maschinen- und Komponentenhersteller ein Hydraulikmedium im Portfolio, welches eine Vielzahl an ökonomischen und ökologischen Aspekten abdeckt. AVIA SYNTOFLUID PE-B basiert auf synthetischen Kohlenwasserstoffen (Polyalphaolefine), also nicht Esterbasierend. Die Qualifikation von AVIA SYNTOFLUID PE-B wurde in zahlreichen Prüfstands- sowie Feldversuche bestätigt. Eine Vielzahl an namhaften Unternehmen haben das Medium für den Einsatz in ihren Produkten freigegeben. AVIA SYNTOFLUID PE-B ist biologisch abbaubar gemäß CEC-L-33-A-93 (für schwer wasserlösliche Öle;> 80 % / 21 Tage). Die Umstellungsrichtlinien gemäß VDMA und Vermischungsgrenze (Restvolumen an Fremdöl max. 2 %) sind stets zu beachten. Positive Eigenschaften aus der Praxis (von Anwender für Anwender): • Sehr gutes Kaltstartverhalten bis – 40 °C, keine langen Warmlaufphasen erforderlich • Hohe Maschinenverfügbarkeit • Ausgeprägte und sensible Regel- und Steuerbarkeit der Präzisionshydraulik • Verlängerte Wechselintervalle gegenüber Mineralöl bis ca. Faktor 3 • Geeignet für den Einsatz in umweltsensiblen Bereichen • Mischbarkeit mit Mineralöl wie mit Mineralöl untereinander • Keine Sonderdichtungen und -schläuche erforderlich • Keine Hydrolyseinstabilität bei Anwesenheit von Wasser, deshalb keine Wasserfilter notwendig • Keine kostenintensive Spülmengenverluste bei Umölung auf Grund der Verträglichkeit • Sehr Temperatur-/ Viskositätseigenschaften • Sehr gutes Luftabscheidevermögen, bei geringer Schaumbildung • Ressourcenschonung bei sehr geringem Bauteilverschleiß und Kraftstoffeinsparungspotential, sowie Möglichkeit zur geringeren Dimensionierung von Pumpen bzw. Antrieben Sie haben Fragen? Hermann Bantleon GmbH Blaubeurerstr. 32 89077 Ulm