Unkraut, grober Schmutz und Feinstaub – was tun bei einem Mammutjob
Für Kommunen und Dienstleister ist die Pflege von Grün- und Außenanlagen mit hohem Aufwand verbunden: Rasenflächen in Parks sollen gepflegt sein, Unkraut muss wirksam beseitigt werden und Gehwege oder Parkflächen sollen weder von Sträuchern überwuchert noch von Staub und Schmutz gesäumt sein. Mit passender Ausrüstung und Kenntnis verschiedener Arbeitstechniken ist es aber möglich, der vielfältigen Aufgaben Herr zu werden und flexibel zu agieren. Hilfreich ist außerdem der ein oder andere Tipp in Sachen Geräteanwendung.
Aufgabe 1:
Unkrautbeseitigung.
Je nach Untergrund macht sich Unkraut auf öffentlichen Plätzen, auf Gehwegen in Parks oder auf Parkplätzen mehr oder weniger breit. Während bei geschossenen Asphaltdecken kaum Unkraut durchkommt, sind beispielsweise gepflasterte Flächen deutlich stärker betroffen.
Wer vorbeugen möchte, sollte den unerwünschten Gästen den Nährboden nehmen. In Staub und Schmutz nisten sich Pollen ein, aus denen später Löwenzahn, Distel & Co. sprießen. Regelmäßiges Kehren ist die wirksamste Methode, um die Ausbreitung von Unkraut zu verhindern. Dabei sollte die natürliche Wachstumskurve der Gräser beachtet werden (siehe Grafik: Wachstumskurve der Gräser), um zu den richtigen Zeiten zu arbeiten. Durch das Kehren sind zudem die Flächen gepflegt, und auch die Feinstaubbelastung nimmt ab. Die notwendige Einsatzhäufigkeit bringt allerdings einen hohen personellen und maschinellen Aufwand mit sich.
Ist aus Ressourcengründen regelmäßiges Kehren nicht realisierbar, gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem Unkraut ohne Chemie wirksam zu begegnen. Ist es noch nicht hoch gewachsen, eignet sich Heißluft. Über einen Gasbrenner wird Luft auf 450 °C erwärmt, und die Pflanzen werden buchstäblich ausgetrocknet. Verfügbar sind Heißluftlösungen als Handgeräte oder als Anbaugeräte für kommunale Geräteträger. Sie sind nur zu verwenden, wenn für naheliegendes Grün oder Waldflächen keine Brandgefahr besteht.
Heißwasser kann auch bei höher gewachsenen Pflanzen eingesetzt werden. Es wird auf Temperaturen um bis zu 99 °C erhitzt und entwickelt so eine gewisse Tiefenwirkung bis zur Wurzel, wodurch die Pflanze zerstört werden kann. Wasserdampf lässt sich ebenfalls verwenden, dringt allerdings nicht bis zur Wurzel vor, so dass die Behandlung häufiger wiederholt werden muss. Alle drei Methoden sind auch auf wassergebundenen Wegen, beispielsweise auf Schotter, anwendbar, wo Kehrmaschinen nicht zum Einsatz kommen können.
Sind die Unkrautpflanzen schon sehr hoch gewachsen und haben sich mit tiefen Wurzeln festgesetzt, ist nur noch auf die mechanische Leistung einer Kehrmaschine inklusive Unkrautbesen Verlass. Diese Art der Unkrautbeseitigung funktioniert unabhängig von der Beschaffenheit des Untergrunds. Die Anforderungen an Belastbarkeit von Besenarmen und Anbindung zwischen Anbaugerät und Fahrzeug sind jedoch sehr hoch.
Aufgabe 2:
Grünflächenpflege.
Im Bereich Grünflächenpflege nimmt der Rasen viel Raum ein. Unabhängig von gewünschter Schnitthöhe und damit verbundener Schnitthäufigkeit (siehe Grafik: Rasentypen und Mähhäufigkeit), ist es wichtig, nicht zu tief zu mähen. Am Grashalm wachsen Blätter, die Feuchtigkeit von der Wurzel in die Spitze des Halms transportieren – bleiben diese nicht stehen, stirbt das Gras ab.
Im kommunalen Bereich kommen häufig Sichelmäher zur Anwendung. Sie eignen sich sehr gut für Parkanlagen, Straßenbegleitgrün sowie Sport- und Spielplätze, da sie eine hohe Flächenleistung und eine verstellbare Schnitthöhe bieten. Bezüglich Geräteausführung sind verschiedene Varianten erhältlich: Frontmäher sind sehr agil und bieten eine gute Sicht auf das Anbaugerät. Das Mähdeck ist leicht erreichbar und schnell zu montieren. Mittelmäher überzeugen durch unveränderte Fahreigenschaften mit montiertem Deck und der Kürze des Systems. So sind gerade Schnittspuren leichter umsetzbar. Rasenkehrmaschinen nehmen das Schnittgut über eine Walze vom Boden auf und werfen es über Kopf einen Behälter. Grassauger sind mit dem Mähwerk verbunden und saugen das Schnittgut via Vakuumgebläse in den Kehrgutbehälter.
Um dem rahmenden Grün, also Bäumen, Sträuchern & Co. die passende Form zu geben, sind inzwischen häufig akkubetriebene Hand-Geräte im Einsatz. Sie eignen sich für alle kommunalen Instandhaltungsarbeiten. Für den Anwender bieten die batteriebetriebenen Versionen von Freischneider, Kettensäge, Laubbläser und Heckenschere klare Vorteile. Sie sind um bis zu 50 Prozent leiser und stoßen keinerlei Emissionen aus. Zudem erzeugen sie je nach Hersteller um bis zu 80 Prozent weniger Vibration, was die Handhabung im Arbeitsalltag deutlich ergonomischer gestaltet und für die Durchblutung weniger belastend ist. Da die Geräte sehr kompakt sind, fällt auch präzises Arbeiten in engen, verwinkelten Bereichen leicht.
Aufgabe 3:
Kehren in Außenbereichen.
Wie bei allen anderen Aufgaben auch, ist Kehren nicht gleich Kehren. An Untergrund, Verschmutzungsart und Flächengröße bzw. Wegestrecken orientiert sich die Auswahl von Maschine und Zubehör. Die klassische Aufsitzkehrmaschine wird eher für einen festgelegten Aktionsradius verwendet, also für Einzelobjekte wie beispielsweise Parkplätze, Freibäder oder Außenbereiche rund um Mehrzweckhallen. Der Seitenbesen eignet sich zum Auskehren von Kanten und Ecken. Danach wird der gesammelte Straßenschmutz von der Hauptkehrwalze aufgenommen. Allerdings sind nur Arbeitsgeschwindigkeiten von circa 10 bis 16 km/h üblich, was die Überwindung längerer Strecken mühsam gestaltet.
Ob die Maschinen batteriegetrieben sind oder mit LPG, Benzin oder Diesel betrieben sein sollen, muss je nach Einsatzgebiet entschieden werden. Kleinere Flächen lassen sich auch mit batteriebetriebenen Maschinen bearbeiten. Wegen der geringeren Steigfähigkeit sind sie zum Beispiel für steilere Auffahrten weniger oder gar nicht geeignet. Kommunal- bzw. Saugkehrmaschinen kehren über die Seitenbesen den Schmutz zusammen, wonach er über den Saugmund eingesaugt wird. Größere Flächen lassen sich schnell bearbeiten, und mit Fahrtgeschwindigkeiten bis zu 40 km/h sind längere Strecken im Straßenverkehr gut zu bewältigen. Kommunalmaschinen eignen sich zudem für den Einsatz über die Jahreszeiten hinweg, da die Kabine dem Fahrer Komfort wie Klimatisierung und andere Eigenschaften bietet.
Es wird deutlich: Grün- und Außenflächenpflege ist ein weites Feld, das sich mit Kenntnis passender Methoden und adäquater Ausrüstung gut bewältigen lässt. Je flexibler Zubehöre und Geräte sich kombinieren lassen, desto effizienter sind die verfügbaren Maschinen eines Maschinenparks ganzjährig einsetzbar.
Anwender-Tipps:
Vom Zubehör bis zum Filter (Kasten).
Der richtige Besen entscheidet über die Qualität des Kehrens. Wasserbeständige, härtere Kunststoffbesen nehmen größeren Schmutz auf und eignen sich für Einsätze bei Feuchtigkeit. Ist es heiß und trocken, wirbeln sie durch die sogenannte Kickwirkung den feinen Staub jedoch eher auf, als dass sie ihn beseitigen. Für größere Mengen an feinem Staub oder Leichtmüll eignen sich weiche Besen besser. Sie nehmen lediglich größere und schwere Verschmutzungen schlechter auf.
Auch in der Anwendung von Kehrmaschinen gibt es einen Trick, um das Aufwirbeln von Staub zu verhindern. Bei besonders trockenen, staubigen Flächen ist es sinnvoll, die Seitenbesen zu deaktivieren und nur mit der Hauptkehrwalze zu arbeiten. Zudem besteht je nach Maschine die Möglichkeit, Wasser auszubringen, um den Staub zu binden.
Oftmals unbekannt ist die Tatsache, dass mit Aufsitzkehrmaschinen selbst bei Regen gekehrt werden kann, ohne den Filter für die Abluftreinigung durch Feuchtigkeit zu beschädigen. Dieser sorgt bei trockener Luft dafür, dass weniger Feinstaub in die Umgebung gelangt. Bei Regen lässt sich, je nach Maschine, entweder das Gebläse abschalten oder die Abluft über einen Bypass am Filter vorbeileiten. Der Regen bindet den Staub, womit für die Abluft kein Problem besteht.
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